Warten auf den Lake Effekt

Gestern bei uns „vor der Haustür“. Kräftige Briese aus Ost, O Grad, gefühlt minus 10, im Grunde genommen ganz normales Winterwetter.

Sogar ein Stand-Up-Paddler hat sich aufs Wasser getraut. Na ja, wenn’s Spaß macht 😉

Frau Möwe hat’s jedenfalls gefallen, sich vom Wind so treiben zu lassen. Also alles tutti frutti? Ähm ja, wenn nur nicht dieser Ostwind wäre. Kalter Wind über warmes Wasser, das kann Folgen haben. Nur zur Klarstellung, warm ist das Wasser nicht, das ist brrr-bitterkalt, aber eben immer noch wärmer als der Wind.

Zwei Grafiken:

Kachelmann sagt mir, dass wir hier am Wochenende – entgegen der Vorhersage für Norddeutschland ohne den „Echten Norden“, also in Niedersachsen – mit 0 mm Niederschlag, sprich Schnee, zu rechnen haben. Anderseits gibt es dieses meteorologische Phänomen, das sich Lake Effect (oder eingedeutscht: Effekt) nennt:

Ich erinnere mich noch an 2013, exemplarisch dafür:

Ich war am 11. März 2013 morgens unterwegs nach Lübeck. Der Job rief. Zwischen Timmendorf und Hemmelsdorf ging aber nix mehr.

Der Pkw vor mir und ich, wir konnten noch wenden und zurück fahren, die anderen vor uns saßen fest. Nach stundenlangen ununterbrochenen Schneefällen hat wir nicht nur bis zu 50 cm Neuschnee binnen kurzer Zeit, sondern durch den Wind auch teilweise meterhohe Verwehungen. Nach meiner Erinnerung trat der Effekt letztmals am 25. Februar 2018 auf, aber längst nicht so schlimm wie 2013. Ja, so alle paar Jahre trifft es uns hier an der Bucht. 2010, 2013, 2018 fallen mir ad hoc ein. Nun 2021? Ich bin sonst sehr zufrieden mit dem Kachelmannwetter, aber ob die Wetter-Modulationen auch die regionalen Besonderheiten einbeziehen? Warten wir ab was kommt … 😉

Nachtrag 10. Februar: Das Ergebnis vom Lake Effekt


230 [Inhaltsverzeichnis Fotoblog | Sven Meier erzählt]

6 Kommentare

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  2. Clara Himmelhoch · Februar 6

    Hi, was du hier mit dem Auto schreibst, ist uns Silvester 1978 mit einem fast neuen Wartburg Tourist passiert. Wir waren in Kattowice zu Besuch und wollten nach Haus. Leider haben wir nicht die Warnungen aus dem Radio gehört und steckten dann auf der Autobahn fest – bzw. fuhren mehrere km rückwärts. Dann hatten wir auf Blitzeis zwei Unfälle, die Elektrik und die Heizung fielen aus, wir kamen auf einer Straße gar nicht mehr weiter und dann nahm uns ein polnischer Bauer mit zu sich. Wir hatten meine Tante und unseren kleinen Sohn (7 Jahre) im Auto – die Tante konnte polnisch, so dass es uns recht gut gegangen ist. Sonst brauchten wir für diese Strecke ca. 6 Stunden bis Görlitz – da aber 3 Tage. – Viel mehr Abenteuer ging kaum noch.
    Mit Gruß von mir

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    • Sven Meier · Februar 8

      MMM3.
      Oh ja, Clara, 1978/79. Wir in meiner Alten Heimat sind noch glimpflich bei weg gekommen. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, weil ich ab 2. Januar wegen eines Lehrgangs für 6 Monate von Peine über Braunschweig nach Wolfenbüttel musste. Und so habe ich diesen Jahrhundertwinter 2.0 im Februar 1979 voll abgekriegt. Aber das war alles Pillepalle gegen das, was meine Leute hier oben im „Echten Norden“ berichtet haben. Meine Tante auf Fehmarn bspw. war mehrere Tage in ihrem außerhalb gelegenem Haus von der Außenwelt abgeschnitten und hat nur wegen genügend Nahrungsvorräten und ausreichend Brennholz überlebt. Und die Alten hier an der Bucht erzählen heute noch die ein oder andere Geschichte. Eins haben die Geschichten gemein: Es herrschte ein großer Zusammenhalt und jeder hat jedem geholfen. Wie auch immer: Einen Winter wie diesen „Jahrhundertwinter“ brauchen wir nicht wieder. Gegen ein bisschen Schnee habe ich aber nichts einzuwenden.
      Grüße aus OH ohne Schnee, nur mit eiskaltem Ostwind.

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      • Clara Himmelhoch · Februar 8

        Sven, du sagst es – die Leute waren sehr solidarisch miteinander. Ich glaube, das klappt in schlechten Zeiten oft besser als in guten. Als in Polen vor vielen Jahren großer Ärger war, haben die Leute auch sehr zusammen gehalten – und in Russland würden manche ohne die Solidarität der anderen kaum überleben können.
        Deine Erinnerung und auch die von anderen hat mich bewogen, MORGEN eine Geschichte aus diesem Horrorwinter einzustellen – ein Remake, denn ich habe sie bereits 2010 geschrieben und veröffentlicht – doch wer kannte damals schon den Clarablog? Ganz, ganz wenige, die jetzt noch da sind.
        Lass dich überraschen – wirklich, ALLES Wahrheit.
        Gruß zu dir!

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