Statt Urlaub (IV) – Ausflug auf den Brocken

200624-20200612-170-HSB-TicketStatt Urlaub, natürlich wären wir längst zurück. Im Teil 1 zeigte ich ein Bild aus meiner Alten Heimat mit Brockenblick. Ich muss gestehen, dass ich zwar schon tausendmal im Harz war, aber noch nie auf dem Brocken (Wiki). Früher wegen der Grenze, später limitierte mich mehr und mehr mein Bechterew, um zu Fuß hoch zu wandern. Und um mit der HSB-Dampf-Bahn hoch zu fahren, war entweder das Wetter zu schlecht oder mir zu teuer. Oder beides 😉 Mittlerweile ist der Preis bei 47,00 € pro Erwachsenen für die Hin- und Rückfahrt angelangt. Nun ja, alles hat eben seinen Preis, die alten Maschinen wollen instandgehalten und das Personal bezahlt werden. Aber wichtig zu wissen: Es gibt auf dem Brocken nur eine öffentliche Toilette und um durch eine Sperre dort rein zu gelangen, benötigen Bedürftige ein 1-€-Stück. 

Reisewillige sollten auch das beachten: Der Preis, egal von wo man fährt, ist bei der Brockenbahn gleich. Ich empfehle vom Startbahnhof Wernigerode (Wiki) zu fahren.

Einmal hat man dann mehr von der Fahrt mit einem altertümlichen Zug, zum anderen steigt man dort in einen leeren Zug ein. Danach kann es nämlich eng werden. In bzw. nach Wernigerode folgen nämlich noch vier Haltepunkte, bevor der Zug nach knapp 40 Minuten den Bahnhof in Drei Annen Hohne (Wiki) erreicht.

Als wir unterwegs waren, an einem Freitagvormittag, war der Zug zu dem Zeitpunkt schon voll. In Corona-Zeiten eigentlich übervoll. Auf alle Fälle durfte in Drei Annen Hohne niemand mehr zusteigen und die zahlreichen Wartenden wurden auf den nächsten Zug vertröstet. Rund eine Stunde später. Dann stehst du da, womöglich mit Kindern, hast die Fahrkarten natürlich schon gekauft …. Es ist eben noch alles analog und einen Überblick über verkaufte Fahrkarten scheint niemand zu haben.

Bis auf den Brocken dauert die Fahrt – über Schierke – dann noch etwas über eine Stunde. Bahnübergänge sind beliebte Punkte für Zug-Fotografen.

Desto höher man kommt, sich dem Brockengipfel nähert, desto mehr sieht man die Auswirkungen des Waldsterbens.

Auf dem Brocken: Der Bahnhof liegt etwas unterhalb vom Brockenhotel mit dem Fernmeldeturm und dem Nationalpark-Besucherzentrum. Aber der Ansturm war groß, es gab lange Warteschlangen und wenn wir geahnt hätten, wie viele Menschen zu Fuß oder mit dem Rad hier hoch kommen, dann hätten wir uns in dieser Corona-Zeit den Besuch auf dem Brocken erspart.

Einzig das allerbeste Wetter – wahrscheinlich war auch deshalb so viel los, denn eine Selbstverständlichkeit ist das beileibe hier oben nicht – hat uns entschädigt. Ein Blick in den Westen, Richtung Torfhaus (Wiki) mit dem Fernmeldeturm, und ein Blick gen Norden. Irgendwo dahinten liegt meine Alte Heimat von wo das Bild aus Teil 1 entstanden ist. Die grauen Waldflächen, all das ist sterbender oder toter Wald (RTL). Traurig anzusehen. Der Klimawandel lässt grüßen. Nach zwei zu trockenen Jahren nebst zu milden Wintern haben hauptsächlich die Fichten-Monokulturen dem Borkenkäfer nichts mehr entgegen zu setzen.

S. A.: 6 x Harz im Oktober 2019 in 16:9 | Und wie gewohnt: Zum Vergrößern auf die Bilder klicken. Viel Spaß 😉

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6 x Harz im Oktober 2019 in 16:9

Einmal im Jahr treibt es uns in den Harz. Simpel weil es für uns bequem ist, denn die Eltern meines Schwiegersohns haben dort eine FeWo und so können wir auch mal kurzfristig ein paar Tage Urlaub abseits der heimischen Ostsee machen. Ein kurzer Bilder-Rückblick:

Torfhaus mit Blick auf den Brocken. So aus der Ferne betrachtet sieht das alles gut aus. Doch wenn man näher hinsieht …

… sieht man die vielen kahlen Stellen durch das Baumsterben in den Fichtenforsten. Hier ein Bild aus dem Auto mit Blick in Richtung Torfhaus. Im Nationalpark Harz will man allerdings Natur Natur sein lassen und baut auf den natürlichen Waldwandel vom ehemaligen Wirtschafts-Fichten-Wald hin zum wilden Natur-Misch-Wald.

Ebenso erschreckend war für uns der Wasserstand der Okertalsperre. Sie ist zurzeit nur zu einem Drittel gefüllt. Die fehlenden Niederschläge machen sich hier sichtbar bemerkbar.

Klimawandel hin oder her, die alten Dampflocks der Harzer Schmalspurbahnen wird sicher niemand verbieten wollen. Hier kommt eine von hinten an, als wir in Alexisbad vor der geschlossenen Schranke warten mussten.

Last but not least: Die neue Reisekamera von Frau P., eine Lumix TZ91, hier eine Testaufnahme in Bad Harzburg. Tipp: Es lohnt sich immer auf Nachfolgemodelle (TZ96) zu warten, dann purzeln die Preise für die Vorgänger. Und so viel besser ist die aktuelle TZ96 nicht, dass der derzeitige Mehrpreis von rund 50 € gerechtfertigt wäre. Allerdings haben die Lumix-Kameras nur einen – in der Preisklasse üblichen – 1/2,3″-Sensor (6,2×4,6 mm) verbaut. Ich hätte jedoch als Nachfolgerin für meine betagte Canon-Reisekamera eine mit einem 1″-Sensor (13,2×8,8 mm), weil lichtstärker, aber auch rund dreimal so teuer. Na ja, dann stellt sich schon die Frage, ob ich 1k€ für eine gute Reisekamera ausgeben will?

Story am Rande: Der günstigste Preis für die TZ91 lag laut Idealo am Montag dieser Woche bei 329 €, Anbieter Otto-Versand. Bei Amazon lag der Preis bei 369 €, wie bei vielen anderen Onlinehändlern auch. Während einer Rundreise durch den Ostharz wollten wir uns die Kamera eigentlich nur mal im Halberstädter MediaMarkt anschauen. Dort wurden wir von einer verkaufstüchtigen Verkäuferin angesprochen, wir unterhielten uns dabei auch über die Internetpreise und dann meinte sie: „Ich muss mal kurz mit meinem Chef sprechen, bitte nicht weggehen.“ Nach ein paar Minuten erschien sie wieder und sagte: „Mit dem Otto-Angebot können wir nicht mithalten, aber für 339 € können sie die Kamera sofort mitnehmen.“ Hat Frau P. dann auch, plus SD-Karte und Tasche.

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Am Mövenstein

Travemünde. Das nördliche Ende der Strandpromenade Am Möwenstein ist eines der ruhigeren Plätzchen. Gut so. Den Namen verdankt der Strandabschnitt einem rund 1,3 Milliarden Jahre alten und 60 Tonnen schwerer Findling. Mit Möwen hat der Brocken allerdings nichts zu tun, außer dass vielleicht mal welche drauf sitzen, oder stehen. Der Sage nach hat der Riese Möves den Stein dort hin geworfen. Wie soll er auch sonst dort hin gekommen sein? 😉 Als der große Lübecker Schriftsteller Thomas Mann anfing den Mövenstein mit w zu schreiben und es ihm fast alle nachgetan haben, hat sich der Möves geärgert und seitdem lässt er den großen Stein langsam im Ufersand versinken. Seit Jahren gibt es eine Initiative die den Stein zu bergen lassen will: Theorie (wollen) trifft auf Praxis (nix tut sich 😉

Nur die Segler wollen es sich mit dem Riesen nicht verderben und schreiben weiter Mövenstein. Ist vielleicht klüger so 😉 Die städtischen Ignoranten hingegen schreiben auf das Parkplatzschild Möwenstein. Das erkläre nun mal alles einem Kind … 😉

Gestern habe ich aus Gründen einen Chill-Tag dort eingelegt. Was will Mann mehr am Meer? 😉 (Zum Vergrößern auf eines der Bilder klicken)

Von Travemünde zurück …
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