Was mit Himmel & Wolken

Manchmal, so sagt man gelegentlich, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das trifft zu, wenn jemand etwas eigentlich Offensichtliches übersieht, ihm quasi der Blick auf das Ganze fehlt. Manchmal sieht man aber auch vor lauter Bäumen den Himmel nicht.

Außer im Winter, wenn kein dichtes Blätterwerk – wie hier im Scharbeutzer Kammerwald – die Sicht versperrt. Das sind dann ganz neue Bilder mit den Wolken-Schattierungen des Himmels.

Heute Mittag war so ein Tag, wo sich super blauer Himmel und dunkle Wolken abwechselten. Und diese Weitsicht. Ok, hier habe ich mit viel Zoom gearbeitet. Trotzdem: Drüben, auf der anderen Seite, MeckPom, Klützer Winkel, das sind rund 20 km. Und wer das Bild vergrößert (drauf klicken), sieht links die Flügelspitzen von zwei Windrädern. Ich schätze, die stehen nahe oder auf der Insel Poel, ca. 45 km entfernt.

Ich habe mir bei Google Maps mal einen Kartenausschnitt ausgeliehen. Danke Google 😉 Dieser Teil der Ostsee gehört zur Mecklenburger Bucht, die Lübecker Bucht bei uns vor der Tür ist nur ein kleiner Teil davon. Mein Respekt gilt allen, die hier bis 1989 versucht haben, quer durch die Bucht aus der ehemaligen DDR zu fliehen. Einige haben es geschafft, viele wurden gefasst und eingekerkert oder sind ertrunken. Nun ja, Deutsche Geschichte …

… und manchmal, wenn ich so über die Bucht schaue, muss ich an die Geschichten denken, die sich um die Flucht über die nasse Grenze ranken. Aber ich will hier nicht abschweifen. Blauer Himmel …

… dunkle Wolken kommen hinzu …

… und wenige Minuten später sieht es so aus über der Bucht. Ein wunderbares Schauspiel der Natur. Während ich dem Lauf der Wolken folge, fällt mir ein Kinderspruch ein, habe ich irgendwann irgendwo gelesen:

Die Wolken müssen oft große Strecken und in schnellem Tempo zurücklegen.
Sie geraten dabei heftig ins Schwitzen, und dann regnet es.

Ach ja – Kindermund. Und das alles mittags vor 15 Uhr. Manchmal ist doch gut, wenn Mann das Sofa warten lässt. Und draußen ist noch niemandem eine Wolke auf den Kopf gefallen, zuhause die Decke schon 😉

In dem Sinne, bleibt munter!
226 [Inhaltsverzeichnis Fotoblog | Sven Meier erzählt]

Trotz alledem: Raus an die Luft!

Du sollst dies nicht und du darfst das nicht – alles aus Gründen – und der mahnende Finger scheint dich überall anzublicken. Shiet wat, man kann doch nicht nur in der Bude hocken, also kann man schon, aber dann wird man doch rammdösig. Ich jedenfalls. (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Also ich verstehe jeden, der – zumal bei schönem Wetter – raus will. Ab in die frische Luft. Durchatmen! Aber das muss ja nicht gleich die Vorderreihe in Travemünde, die Dünenmeile in Scharbeutz , oder – wie mir meine Harzer berichteten – Torfhaus im Harz sein. Nein, diese Orte, wo alle hin wollen, die sollte man besser meiden. Alternativen gibt es genug, wie hier bei uns an der Küste in Sierksdorf …

… oder auch an Tagen mit nicht so ganz optimalen Wetter zwischen Scharbeutz und Timmendorf.

Grundsätzlich kann man sagen: „Desto ferner der nächste Großparkplatz, auf desto weniger Tagestouristen trifft man.“ So wie hier in Haffkrug. Ich mag solche Bilder, wenn man am Horizont kaum noch den Übergang vom Wasser zum Himmel erkennen kann. Endlose Weite! Was will Mann mehr am Meer?

Gestern waren wir nach langer Zeit mal wieder in Brodten, Hermannshöhe am Steilufer. Au ha. Der Weg wurde schon wieder ein Stück landeinwärts verlegt, der Aushub liegt noch da.

Der Grund sind die Abbrüche, verursacht meist durch Unterspülungen, dann bilden sich irgendwann Risse – und rutsch, wieder ein Stück weg..

Am Ende sieht es dann so aus, dass die alten Wege quasi im Nichts enden.

Aber schön ist es allemal und die Natur nimmt eben so ihren Lauf. Besser ist, wir Menschen versuchen mit ihr zu leben, denn anders wird es am Ende nicht funktionieren.

Die hier – trotz Warnschilder – auf dem alten Weg oben direkt an der Abbruchkante lang spazieren, sind wahrscheinlich keine Einheimischen. Denn sonst wüssten sie sicherlich, wie gefährlich das ist. Gerät der Hang erst einmal ins Rutschen, gibt es kein Entrinnen mehr. Wer unten lang läuft, kann sich schlimmstenfalls wenigstens noch ins Wasser retten 😉 Besser nass als zugeschüttet!

Passt auf euch auf!
225 [Inhaltsverzeichnis Fotoblog | Sven Meier erzählt]

Dezember-Gedicht (eins von zweien)

Grüner Kranz mit roten Kerzen,
Lichterglanz in allen Herzen,
Weihnachtslieder, Plätzchenduft,
Zimt und Sterne in der Luft.
Garten trägt sein Winterkleid,
Wer hat noch für die Lieben Zeit?

Leute packen, basteln, laufen,
grübeln, suchen, rennen, kaufen,
kochen, backen, braten, waschen,
rätseln, wispern, flüstern, naschen,
schreiben Briefe, Wünsche, Karten,
was sie auch von dir erwarten.

Doch wozu denn hetzen, eilen,
schöner ist es zu verweilen.

© ein Gedicht von Ursel Scheffler

Dieses Gedicht steht in einem Schreiben der Gemeinde Scharbeutz. An mich. Also nicht nur an mich, sondern – weil neben anderen auch der Seniorenbeirat unterschrieben hat – vielleicht an alle Senioren in der Gemeinde? Dann nehme ich das persönlich 😦 Auch wenn ich mittlerweile ein Ü60 und zertifizierte Oppa bin, ich fühle mich noch nicht als Senior! Noch lange nicht! Damit warte ich mindestens bis zum normalen Renteneintrittsalter. Sollten die Grüße allerdings in meinem Briefkasten gelangt sein, weil wir eine neue Bürgermeisterin haben, dann nehme ich die Grüße durchaus persönlich 🙂 Nebenbei: Die Frau Schäfer macht hier einen guten Job – soweit ich das von außen beurteilen kann – sind Erfahrungswerte 😉

Senior hin oder her – ich komme nicht umhin, den Dieter Hildebrandt an dieser Stelle zu erwähnen:
„Etwas habe ich mittlerweile widerwillig gelernt: Das Altern kann man nicht auf morgen verschieben, weil man dann noch älter ist. Deshalb sollte man mit dem Altern früh genug anfangen, damit man Freude daran hat.“

Schnapszahl: Beitrag 222 [Inhaltsverzeichnis]