Unser Norden: Waldsterben im Harz

Ich glaube, über das Thema Waldsterben habe ich hier nach jedem Harz-Ausflug geschrieben – zuletzt im letzten Jahr nach unserer Brocken-Tour. Über die Gründe – Klimawandel mit Extremwettern, zu viel Hitze, zu wenig Niederschläge, Fichten-Industriewälder & der Borkenkäfer – will ich hier gar nichts mehr von mir geben. Eigentlich müssten auch die hartnäckigsten Klimaleugner im Bilde sein. Für uns ist es trotzdem immer wieder erschreckend anzusehen, wenn wir ein-, zweimal im Jahr in den Harz kommen und die Veränderungen sehen. Zur Galerieansicht auf eines der Bilder klicken.

Das Waldsterben im Harz ist für mich ein Sinnbild des sich wandelnden Klimas. Wobei: Waldsterben ist nur bedingt richtig, denn es sind in erster Linie die Fichten-Industriewälder, die mit den Klimaveränderungen nicht mehr klar kommen und dadurch der Borkenkäfer ein leichtes Spiel hat. Dort, wo es einen natürlichen Mischwald gibt – wie hier sehr schön zu sehen auf dem Baumwipfelpfad bei Bad Harzburg – sieht es besser aus – und das wird sicher das zukünftige Gesicht des Harzes sein. Aber es wird dauern ….


257 [Inhaltsverzeichnis Fotoblog | Sven Meier erzählt]

Statt Urlaub (IV) – Ausflug auf den Brocken

200624-20200612-170-HSB-TicketStatt Urlaub, natürlich wären wir längst zurück. Im Teil 1 zeigte ich ein Bild aus meiner Alten Heimat mit Brockenblick. Ich muss gestehen, dass ich zwar schon tausendmal im Harz war, aber noch nie auf dem Brocken (Wiki). Früher wegen der Grenze, später limitierte mich mehr und mehr mein Bechterew, um zu Fuß hoch zu wandern. Und um mit der HSB-Dampf-Bahn hoch zu fahren, war entweder das Wetter zu schlecht oder mir zu teuer. Oder beides 😉 Mittlerweile ist der Preis bei 47,00 € pro Erwachsenen für die Hin- und Rückfahrt angelangt. Nun ja, alles hat eben seinen Preis, die alten Maschinen wollen instandgehalten und das Personal bezahlt werden. Aber wichtig zu wissen: Es gibt auf dem Brocken nur eine öffentliche Toilette und um durch eine Sperre dort rein zu gelangen, benötigen Bedürftige ein 1-€-Stück. 

Reisewillige sollten auch das beachten: Der Preis, egal von wo man fährt, ist bei der Brockenbahn gleich. Ich empfehle vom Startbahnhof Wernigerode (Wiki) zu fahren.

Einmal hat man dann mehr von der Fahrt mit einem altertümlichen Zug, zum anderen steigt man dort in einen leeren Zug ein. Danach kann es nämlich eng werden. In bzw. nach Wernigerode folgen nämlich noch vier Haltepunkte, bevor der Zug nach knapp 40 Minuten den Bahnhof in Drei Annen Hohne (Wiki) erreicht.

Als wir unterwegs waren, an einem Freitagvormittag, war der Zug zu dem Zeitpunkt schon voll. In Corona-Zeiten eigentlich übervoll. Auf alle Fälle durfte in Drei Annen Hohne niemand mehr zusteigen und die zahlreichen Wartenden wurden auf den nächsten Zug vertröstet. Rund eine Stunde später. Dann stehst du da, womöglich mit Kindern, hast die Fahrkarten natürlich schon gekauft …. Es ist eben noch alles analog und einen Überblick über verkaufte Fahrkarten scheint niemand zu haben.

Bis auf den Brocken dauert die Fahrt – über Schierke – dann noch etwas über eine Stunde. Bahnübergänge sind beliebte Punkte für Zug-Fotografen.

Desto höher man kommt, sich dem Brockengipfel nähert, desto mehr sieht man die Auswirkungen des Waldsterbens.

Auf dem Brocken: Der Bahnhof liegt etwas unterhalb vom Brockenhotel mit dem Fernmeldeturm und dem Nationalpark-Besucherzentrum. Aber der Ansturm war groß, es gab lange Warteschlangen und wenn wir geahnt hätten, wie viele Menschen zu Fuß oder mit dem Rad hier hoch kommen, dann hätten wir uns in dieser Corona-Zeit den Besuch auf dem Brocken erspart.

Einzig das allerbeste Wetter – wahrscheinlich war auch deshalb so viel los, denn eine Selbstverständlichkeit ist das beileibe hier oben nicht – hat uns entschädigt. Ein Blick in den Westen, Richtung Torfhaus (Wiki) mit dem Fernmeldeturm, und ein Blick gen Norden. Irgendwo dahinten liegt meine Alte Heimat von wo das Bild aus Teil 1 entstanden ist. Die grauen Waldflächen, all das ist sterbender oder toter Wald (RTL). Traurig anzusehen. Der Klimawandel lässt grüßen. Nach zwei zu trockenen Jahren nebst zu milden Wintern haben hauptsächlich die Fichten-Monokulturen dem Borkenkäfer nichts mehr entgegen zu setzen.

S. A.: 6 x Harz im Oktober 2019 in 16:9 | Und wie gewohnt: Zum Vergrößern auf die Bilder klicken. Viel Spaß 😉

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